Chiquita – warum kann das kaum jemand vernünftig erklären?

Gestartet vor 2 Monaten von Igor Wiśniewski  ·  8 Antworten  ·  740 Aufrufe
technikchiquitagrundschlaegetraining

Ich spiele jetzt seit knapp zwei Jahren und die Chiquita ist für mich immer noch ein Rätsel. Nicht der Schlag selbst – sondern wie man ihn erklärt bekommt.

Jeder Trainer sagt was anderes: "Topspin von unten", "wie ein Lob aber flach", "schnelle Handgelenk-Rotation". Ich hab drei verschiedene Stunden bei drei verschiedenen Leuten gehabt und keine Beschreibung hat sich mit der anderen gedeckt. Videos online sind auch mäßig.

Hat hier jemand eine Erklärung, die tatsächlich funktioniert hat? Oder ist das einer dieser Schläge, die man nur durch tausend Wiederholungen lernt?

vor 2 Monaten #1

Das Problem ist, dass "Chiquita" in verschiedenen Kontexten leicht unterschiedliche Dinge meint. Die klassische Chiquita ist ein aggressiver Returnschlag mit Topspin und flacher Flugkurve, der das Gegnerpaar unter Druck setzt, bevor sie in die Angriffsposition kommen.

Der entscheidende Punkt den die meisten Trainer überspringen: der Kontaktpunkt ist deutlich vor dem Körper, fast auf Hüfthöhe, und die Schlägerfläche zeigt zu Beginn der Bewegung leicht nach unten. Der Topspin entsteht nicht durch Handgelenk sondern durch den Unterarm. Handgelenk-Rotation ist eher ein Mythos bei dem Schlag.

vor 2 Monaten #2

Ich hab das gleiche Problem. Mein Trainingspartner behauptet er kann Chiquita. Was er macht ist ein halbherziger Topspin-Drive der meistens im Netz landet. Wir nennen es intern trotzdem Chiquita, irgendwie motivierend.

vor 8 Wochen #3

Ehrlich gesagt: ja, es sind tausend Wiederholungen. Aber der Schlüssel für mich war, den Schlag nicht als "Lob-Variante" zu denken sondern als aggressiven Return mit Vorwärtsbewegung. Wenn du stehst und ihn ausführst, wird er nie sauber. Der ganze Körper muss nach vorne.

Die technische Beschreibung hilft nur bis zu einem gewissen Punkt.

vor 8 Wochen #4

Darf ich fragen wann man den überhaupt einsetzt? Ich höre den Begriff ständig aber ich bin mir nicht sicher ob ich in meinen Spielen jemals eine Situation hatte wo ich gedacht hab "jetzt wäre Chiquita sinnvoll".

vor 8 Wochen #5

Klassische Situation: Gegner hat einen kurzen Lob gespielt, du bist an der Grundlinie oder mittig, beide Gegner stehen am Netz. Ein normaler Drive ist zu riskant weil sie Smash-Position haben. Ein Lob gibt ihnen Zeit. Die Chiquita geht flach und schnell zwischen oder an den Körper des Netzpaares – sie müssen die Volley-Bewegung abbrechen oder improvisieren.

Kurz: sie ist das Mittel gegen eine dominante Netzposition des Gegners.

vor 8 Wochen #6

Der Grund warum Trainer das schlecht erklären: viele haben es selbst nie sauber gelernt und kompensieren das mit Terminologie. Im professionellen Bereich gibt es auch Variationen – Lebron spielt sie anders als Coello. Einen Universalweg gibt es nicht.

Was hilft: Zeitlupenvideos von WPT, Kontaktpunkt und Schlägerwinkel anschauen, dann nachbauen. Verbal ist das kaum zu vermitteln.

vor 7 Wochen #7

Bin letzten Monat in Madrid in einer Halle gewesen und hab mir einfach zwei Stunden lang die Leute auf dem Nachbarfeld angeschaut. Einer hat Chiquita auf einem Niveau gespielt das ich nie für möglich gehalten hätte – der Ball kam so flach und mit so viel Drall dass der Return-Volley vom Gegner jedes Mal komplett missriet. Kein Trainer-Video kommt da ran.

vor 7 Wochen #8

Das mit Madrid kann ich bestätigen. Kontextuelles Lernen funktioniert bei Padel besser als bei anderen Sportarten weil so viel situationsabhängig ist. Wenn du die Chiquita nur im Drill übst, ohne Spielsituation, bleibt sie ein Laborschlag.

vor 7 Wochen #9

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