Glaswand auf Rückhand – der schwerste Schlag im Padel?

Gestartet vor 3 Monaten von Jan Brückner  ·  9 Antworten  ·  574 Aufrufe
technikrückhandglaswandposition

Ich beschäftige mich seit Wochen mit diesem einen Schlag und komme zu dem Schluss: der Glaswand-Ball auf die Rückhand ist technisch das Schwierigste, was Padel zu bieten hat.

Das Problem ist die Kombination aus allem: unvorhergesehener Absprungwinkel, Zeitdruck, Körper muss rotieren während der Ball noch hinter einem ist, und dann noch die Entscheidung – nehmen, weiterleiten oder versuchen zu heben?

Wie trainiert ihr das konkret? Gibt es überhaupt sinnvolle Drills dafür oder ist das reine Match-Erfahrung?

vor 3 Monaten #1

Sinnvolle Drills gibt es, aber die helfen nur begrenzt. Der entscheidende Punkt ist die Fußarbeit vor dem Glas. Wer zu spät dreht, hat verloren, egal wie gut die Armtechnik ist. Ich übe das mit einem Partner der einfach direkt aufs Glas futtert, immer wieder, bis der erste Schritt automatisch kommt.

vor 3 Monaten #2

"Schwierigste was Padel zu bieten hat" – da hätte ich noch ein paar Kandidaten. Aber ja, Glaswand Rückhand ist unangenehm. Ich mache meistens Fehler wenn der Ball flacher als erwartet abspringt. Den höheren Absprung kriege ich mittlerweile ganz gut hin.

vor 3 Monaten #3

Der flache Absprung ist genau das Tückische. Bei höherem Aufprallwinkel auf die Scheibe kommt der Ball auch höher raus, da hat man Zeit. Aber wenn jemand einen flachen Slice aufs Glas spielt, bleibt der Ball unten und du musst mit gebücktem Körper noch irgendwie Kontrolle reinbringen. Fast unmöglich sauber zu spielen.

vor 3 Monaten #4

Ich lerne das gerade und ehrlich gesagt: ich schaffe es noch nicht mal, den Ball überhaupt zurückzubringen. Mein Trainer sagt ich stehe immer zu nah am Glas. Wie viel Abstand haltet ihr beim Warten auf den Absprung?

vor 3 Monaten #5

Hängt vom Schlag des Gegners ab, aber als Faustregel: lieber einen Schritt zu weit weg als zu nah. Zu nah ist nicht korrigierbar. Zu weit weg kannst du noch reingehen. Grundposition ungefähr 1,5 bis 2 Meter vom Glas, dann anpassen.

vor 3 Monaten #6

Was mich am meisten kostet ist der mentale Aspekt. Wenn ich weiß der Ball geht aufs Glas auf meiner Rückhand, schalte ich innerlich schon auf Defensive. Diese Erwartungshaltung ruiniert die Ausführung fast mehr als die Technik selbst.

vor 3 Monaten #7

Das stimmt leider. Man sieht es auch beim Gegner sofort. Wer den Kopf hängen lässt wenn der Ball aufs Glas auf seiner Seite geht, bekommt dort in der nächsten Stunde nichts anderes mehr. Wird gezielt ausgenutzt.

vor 3 Monaten #8

Ich habe mal versucht Videos von World Padel Tour zu analysieren wie die Top-Spieler das lösen. Auffällig: die versuchen selten mehr als den Ball kontrolliert zurück in die Mitte zu spielen. Kein Versuch was Besonderes draus zu machen. Einfach Punkt neutralisieren und neu aufbauen. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion.

vor 3 Monaten #9

Das ist ein guter Hinweis, danke. Ich versuche immer noch zu viel wenn ich eigentlich froh sein sollte den Ball überhaupt zurückzubringen.

vor 3 Monaten #10

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